Ayurveda im Frühling – Was dein Körper jetzt wirklich braucht
Shownotes
Der Frühling ist da – und mit ihm eine Zeit des Umbruchs, der Reinigung und der Neuausrichtung. In dieser Folge begrüße ich erneut Justina Aksak (@freigeist_alchemie), die von den Hörerinnen und Hörern zur beliebtesten Interviewgästin 2025 gewählt wurde. Gemeinsam tauchen wir ein in das, was der Frühling aus ayurvedischer Sicht wirklich bedeutet – und warum das auch für Menschen mit MS oder einem sensiblen Nervensystem hochrelevant ist. Was dich in dieser Folge erwartet Im Ayurveda beginnt der Frühling bereits am 21. Februar – und er steht ganz im Zeichen des Kapha-Doshas. Erde und Wasser prägen diese Zeit: Der Körper will loslassen, was sich im Winter angesammelt hat. Gleichzeitig bringt genau diese Übergangszeit für viele Schwere, Antriebslosigkeit und das Gefühl, nicht in die Gänge zu kommen – das klassische Phänomen der Frühjahrsmüdigkeit hat also einen klaren ayurvedischen Hintergrund. Justina erklärt, warum jede saisonale Veränderung für den Körper Stress bedeutet – und was das konkret für Menschen mit MS bedeutet. Dazu gibt es ganz praktische, alltagstaugliche Tipps: • Die Heißwassertrinkkur und wie man sie richtig anwendet • Welche Ernährungsanpassungen jetzt sinnvoll sind • Warum bittere Lebensmittel wie Spargel und Feldsalat gerade genau das Richtige sind • Welche Gewürze und Öle jetzt anregen und aktivieren • Warum Detox-Druck und Fasten nicht für jeden Dosha-Typ geeignet ist Justina teilt außerdem, wie sich ihr eigener Blick auf Ayurveda verändert hat, seit sie wieder stärker in ihren ursprünglichen Beruf eingestiegen ist – und was das mit alten Mustern, Routinen und echter Körperwahrnehmung zu tun hat.
Gast Justina Aksak – Ayurveda-Expertin & Ganzheitliche Gesundheitsberaterin
Instagram: @freigeist_alchemie
Der Podcast, der von meiner Reise in ein freies, selbstbestimmtes und gesünderes Leben erzählt. Sei gespannt und erfahre, wie auch du in deine Wohlfühlwelt eintauchen kannst.
Ich bin Birthe und die Stimme hinter diesem Podcast.
Geboren und aufgewachsen bin ich in Hannover. Schon bevor ich im Alter von 16 Jahren für ein prägendes Highschool-Jahr nach Texas gehen sollte, war klar: Ich will mal was mit Reisen machen. Gesagt, getan. Nach dem Abi machte ich eine Ausbildung zur Reiseverkehrskauffrau, legte später noch ein Eventmanagement-Studium obendrauf.
Touristik, Gastronomie, Hotellerie, Event… Das war 25 Jahre meine glitzernde Partywelt, mein zu Hause. Meine eigene kleine Eventagentur, die ich seit 2012 führte dann meine Krönung. Verliebt, verlobt, verheiratet…lebe ich seit 2003 in Bayern mit Mann und Kindern.
Dies die glänzende Seite meiner Medaille. Aber es gab auch eine andere: Diagnose einer Autoimmunerkrankung (Multiple Sklerose), Panikattacken, gescheiterte Beziehungen, Jobverluste und immer wieder gesundheitliche Herausforderungen.
Und finally: Die Covid-Welle… meine Chance für einen Neubeginn! Über das Empfehlungsmarketing hat sich mir das Riesenfeld der Persönlichkeitsentwicklung aufgetan. Da bin ich hängengeblieben. In 2024 durfte ich meine Ausbildung zum Holistic LifeCoach und MindBodyPractitioner abschließen.
Ich freue mich, heute Frauen mit Multipler Sklerose (MS) auf ihrem Weg zu einem ganzheitlich gesunden, kraftvollen Leben zu begleiten – mit Klarheit, Balance und einer starken Vision für die Zukunft.
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Ich freu mich auf dich!
Deine Birthe
🌀 Gründerin von RyvaNova – The Global MS Movement
Transkript anzeigen
00:00:01: (Transkribiert von TurboScribe. Upgrade auf Unbegrenzt, um diese Nachricht zu entfernen.) Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge
00:00:04: von Way2Wellness.
00:00:06: Ich bin's, deine Birte.
00:00:07: Ja, und heute freue ich mich sehr, wieder
00:00:09: eine Interviewpartnerin begrüßen zu dürfen, und zwar die
00:00:12: liebe Justina.
00:00:14: Justina, unsere Ayurveda-Fee, habt ihr zum Interview
00:00:17: des Jahres 2025 gewählt.
00:00:21: Und umso mehr freue ich mich, dass sie
00:00:23: heute hier ist und wieder mit uns eintaucht.
00:00:25: Heute zum Thema Ayurveda im Frühling und auch
00:00:28: eine Connection zu MS wollen wir herstellen.
00:00:31: Und ja, herzlich willkommen, Justina.
00:00:35: Danke, liebe Birte.
00:00:36: Hallo zusammen.
00:00:38: Ich finde es so schön, dass ich wieder
00:00:39: da sein kann.
00:00:40: Und ich freue mich, mit dir gleich über
00:00:42: Ayurveda zu sprechen.
00:00:43: Sehr schön.
00:00:44: Mein Lieblingsthema, wie du ja weißt.
00:00:46: Genau.
00:00:47: Ja, du warst, oder unser Interview war, die
00:00:50: beliebteste Interviewfolge 2025.
00:00:55: Was glaubst du, warum Ayurveda die Menschen gerade
00:00:58: so abholt?
00:01:01: Das ist eine sehr gute Frage.
00:01:03: Ich glaube, weil wir alle intuitiv merken, nein,
00:01:06: nicht nur intuitiv, auch verstandesmäßig auf allen Ebenen,
00:01:10: wie weit wir eigentlich selbst, beziehungsweise auch die
00:01:13: Welt sich von ihrer Natur entfernt hat.
00:01:16: Also wenn wir uns jetzt anschauen, wir hatten
00:01:17: vor einem Jahr, das heißt im März ungefähr
00:01:20: 25, hatten wir unseren Call, unsere Interview.
00:01:24: Und was ist bitte in diesem einen Jahr
00:01:26: passiert auf der Welt, oder?
00:01:27: Ich meine, man wirklich, man weiß nicht, soll
00:01:29: man weinen, soll man schreien, es ist einfach
00:01:33: heftig.
00:01:34: Und wir spüren ja irgendwie alle, dass das
00:01:37: auch was mit unserem Lebensstil zu tun haben
00:01:39: muss, mit unserer grundsätzlichen Haltung uns selbst gegenüber,
00:01:44: der Erde, der Natur gegenüber, aber auch anderen
00:01:46: Menschen gegenüber.
00:01:48: Und ich kann mir vorstellen, dass deswegen diese
00:01:50: Folge so beliebt war bei deinen Hörerinnen und
00:01:54: Hörern, weil genau das eigentlich so ein leichter
00:01:58: Anknüpfungspunkt ist.
00:01:59: Also Ayurveda ein leichter Anknüpfungspunkt ist, um Schritt
00:02:03: für Schritt seinen Lebensstil wieder mehr zu echten
00:02:08: Werten, zu sich selber auszurichten, zu dieser echten
00:02:11: Verbindung zu sich selbst und zu der Umwelt
00:02:13: und zu anderen Menschen.
00:02:15: Das könnte ich mir vorstellen.
00:02:16: Was glaubst du?
00:02:18: Du kennst deine Hörerinnen und Hörer.
00:02:20: Ich glaube, dass Ayurveda erst mal auch ein
00:02:22: großes Interesse weckt, einfach weil das noch so
00:02:25: ein bisschen so eine...
00:02:27: Ich würde nicht sagen Brief mit sieben Siegeln,
00:02:28: aber es ist schon eine andere Art zu
00:02:31: leben.
00:02:32: Es ist wirklich eine ganzheitliche Lebensweise, Ayurveda.
00:02:36: Und die kommt eben aus einem anderen Kontinent,
00:02:39: kommt aus einer anderen Kultur.
00:02:41: Und ich glaube, dass wir, gerade wenn wir
00:02:43: auch vielleicht gesundheitliche oder auch emotionale Herausforderungen haben
00:02:47: und diese klassischen Wege nicht sofort greifen, dass
00:02:50: wir auch immer offen dafür sind, uns einfach
00:02:52: an anderen Methoden zu orientieren.
00:02:54: Und da ist Ayurveda sicherlich eine gute Möglichkeit.
00:02:59: Absolut, ja.
00:03:00: Stimmt.
00:03:00: Vor allem, wenn man an diesen Punkt kommt,
00:03:02: gesundheitlich, wo man merkt, man hat einfach schon
00:03:04: ganz viel ausprobiert.
00:03:06: Gerade den schulmedizinischen Weg ist man vielleicht schon
00:03:09: gegangen.
00:03:09: Und irgendwann kommen wir alle an den Punkt,
00:03:11: also nicht wir alle, aber viele von uns
00:03:13: kommen dann vielleicht doch an den Punkt, an
00:03:15: dem sie merken, entweder körperlich oder emotional, mental,
00:03:18: okay, um was gibt es da eigentlich noch?
00:03:20: Ja, und das stimmt.
00:03:21: Und da ist Ayurveda einfach genial.
00:03:24: Wirklich genial.
00:03:26: Ja, und es muss ja auch nicht immer
00:03:27: gleich was Gesundheitliches sein.
00:03:28: Es kann ja auch einfach eine Veränderung im
00:03:30: Leben sein.
00:03:31: Und du bist ja selber aktuell auch wieder
00:03:33: stärker in deinen ursprünglichen Beruf eingestiegen, wie du
00:03:36: mir erzählt hast.
00:03:37: Hat sich denn dein Blick auf Ayurveda dadurch
00:03:40: auch noch mal verändert?
00:03:41: Ja, mein Blick hat sich dahingehend verändert, dass
00:03:44: ich jetzt wieder gemerkt habe, oh mein Gott,
00:03:47: wie hart es eigentlich alles ist, wovon ich
00:03:49: spreche.
00:03:50: Weißt du, es gibt ja diese Phasen im
00:03:52: Leben, das kennst du bestimmt auch, Birte, wenn
00:03:55: man diese Höhen im Leben hat, oder alles,
00:03:57: ich sage mal, Höhen im Sinne von, wenn
00:03:59: alles stabil ist, ja?
00:04:00: Oder sich alles fügt, ne?
00:04:02: Genau, oder sich alles fügt.
00:04:04: Dann ist es so, dann lehrst du das,
00:04:08: was du gelehrt hast, was dir selber auch
00:04:10: mal weitergeholfen hat.
00:04:11: Aber du fühlst es ja gerade nicht, weil
00:04:13: du bist ja gerade an einem anderen Punkt,
00:04:15: ja?
00:04:16: Und ich bin jetzt in meinen alten Beruf
00:04:18: wieder mehr zurückgekehrt, gleichzeitig mit einem Fundament an
00:04:22: Sinnhaftigkeit, die mir vorher ja sehr gefehlt hat.
00:04:25: Und es ist total befriedigend.
00:04:27: Und gleichzeitig ist es eine riesengroße Veränderung.
00:04:30: Und Ayuweda sagt ja immer, hey, Veränderungen sind
00:04:33: einfach für dein ganzes System eine Herausforderung.
00:04:36: Und jetzt da wieder drin zu sein und
00:04:38: mich auch zu erwischen dabei, wie ich auf
00:04:40: einmal nicht mehr um Punkt zwölf Uhr esse
00:04:43: mittags in der Arbeit und meine Kolleginnen mich
00:04:46: ansprechen, das musst du dir mal vorstellen, Birte,
00:04:48: wie gut die mich kennen und wie intensiv
00:04:51: ich das also betreibe, wenn die zu mir
00:04:53: sagen, Justina, es ist halb zwei, wieso isst
00:04:56: du jetzt Mittag?
00:04:57: Oder eine andere hat mich gefragt, du isst
00:05:00: Mittag, aber du sitzt vor deinem Rechner und
00:05:03: isst Mittag.
00:05:04: Also das mache ich einfach nicht mehr, ja?
00:05:07: Das mache ich einfach nicht mehr.
00:05:08: Und das ist für mich so schön, das
00:05:10: jetzt zu sehen aus beiden Perspektiven in meiner
00:05:13: Veränderung.
00:05:14: Also einerseits, okay, Veränderung bedeutet Stress fürs System
00:05:18: und im Stress greifen wir wieder auf alte
00:05:20: Muster zurück.
00:05:21: Und gleichzeitig aber, wie sehr habe ich schon
00:05:23: meine gesunden Muster etabliert und wie sehr fällt
00:05:26: es mir auch auf und meinem Umfeld, sodass
00:05:29: ich dann wieder zurückpendeln kann.
00:05:32: Also es ist hochspannend.
00:05:33: Superspannend, superspannend.
00:05:35: Und weil du gerade von Veränderung sprichst, wir
00:05:38: haben ja auch vor zehn Tagen den Frühlingsanfang
00:05:40: gehabt.
00:05:42: Was bedeutet denn der Frühling aus europedischer Sicht?
00:05:45: Ja, das ist so spannend, weil ich hier
00:05:47: in Deutschland, wo wir uns bewegen, fing der
00:05:52: Frühling vor zehn Tagen an.
00:05:55: Im Ayurveda hat er tatsächlich schon am 21.
00:05:57: Februar angefangen.
00:05:59: Ah, okay, cool.
00:05:59: Also im Ayurveda zählen wir nicht vier Jahreszeiten,
00:06:03: sondern sechs Jahreszeiten.
00:06:04: Das ist hochspannend.
00:06:06: Also da wird es ja noch mal anders
00:06:07: unterteilt, genau.
00:06:09: Also der Frühling ist vom ungefähr 21.
00:06:12: Februar bis zum 21.
00:06:14: April.
00:06:15: Das ist die eigentliche Frühlingszeit.
00:06:17: Okay.
00:06:18: Dann beginnt im Ayurveda das, was wir immer
00:06:20: noch als Frühling bezeichnen, von April bis zum
00:06:24: 21.
00:06:24: Juni, also eigentlich zur Sommersonnenwende, ist dann der
00:06:28: Frühsommer.
00:06:29: Ja, also Ayurveda unterteilt er noch.
00:06:31: Macht ja auch Sinn.
00:06:32: Ich habe ja Anfang Juni Geburtstag und habe
00:06:34: mich eh immer gewundert, warum das auch zum
00:06:35: Frühling zählt, weil man ist ja eigentlich schon
00:06:37: in so einem Sommervibe.
00:06:39: Und gerade bei den Skandinavien oder so ist
00:06:40: das ja die Sommerhochzeit.
00:06:42: Da ist im August schon alles herzlich.
00:06:45: Ja, und auch du hast bestimmt schon deine
00:06:47: Geburtstage bei 30 Grad gefeiert.
00:06:50: Das ist nicht mehr Frühling, das ist nicht
00:06:52: mehr Frühling.
00:06:53: Genau, das ist schon eben der Frühsommer.
00:06:55: Und insofern sind wir im Ayurveda eigentlich schon
00:06:57: mittendrin in dieser Veränderung.
00:06:58: Und wir sehen ja auch schon seit Februar,
00:07:00: dass sich die Bäume verändert haben, die Knospen
00:07:03: kommen wieder raus.
00:07:04: Also wir nehmen es ja überall wahr, auch
00:07:06: wenn es gestern und heute hier in München
00:07:08: zumindest ja wieder geschneit hat.
00:07:09: Gestern ging es wie verraten, oder?
00:07:12: Es ist echt so.
00:07:14: Genau, aber wir sind schon im Frühling.
00:07:17: Und der Frühling steht im Ayurveda für das
00:07:21: Kapha.
00:07:21: Das wollte ich nämlich gerade fragen, welches Dosha
00:07:23: ist jetzt das dominanteste?
00:07:25: Kapha?
00:07:25: Genau, das ist Kapha.
00:07:27: Und Kapha ist das Dosha, das für Stabilität
00:07:30: steht und Struktur.
00:07:32: Und hier verbinden sich die Elemente Erde und
00:07:36: Wasser miteinander.
00:07:38: Und dieses Kapha, also man kann es sich
00:07:40: ungefähr so vorstellen, dass einerseits im Winter haben
00:07:45: wir ja reichlich gegessen.
00:07:47: Du hast bestimmt auch in deinem Appetit gemerkt,
00:07:49: dass du vielleicht eher Lust hattest auf eher
00:07:51: deftige Speisen, eher üppige Mahlzeiten.
00:07:54: Wir denken an Weihnachten und so weiter, wo
00:07:56: wir ja auch ordentlich reinhauen.
00:07:58: Und in dieser Zeit im Winter sammelt sich
00:08:00: in unserem Körper auch ganz viel Kapha an.
00:08:03: Also diese Kapha-Energie, diese Struktur.
00:08:05: Viele nehmen ja auch im Winter über einfach
00:08:07: ein bisschen zu.
00:08:08: Und dann kommt der Frühling und dieses Kapha,
00:08:12: das sich in unserem Körper gesammelt hat, ist
00:08:14: dann bereit quasi zum Abtransport.
00:08:17: Also das heißt, in dieser Frühlingsjahreszeit, wo alles
00:08:21: im Außen anfängt, wieder zu wachsen, zu sprießen,
00:08:25: zu entstehen, ist die Zeit für unseren Körper,
00:08:29: dass wir uns in einen Reinigungsprozess begeben.
00:08:32: Und dass wir dieses Kapha, das sich im
00:08:34: Winter über angesammelt hat in uns, dass wir
00:08:36: das loslassen.
00:08:37: Manche Menschen lassen es auch natürlicherweise los, indem
00:08:40: sie jetzt zum Beispiel einen Schnupfen bekommen.
00:08:43: Das ist auch Kapha, das sich ansammelt.
00:08:46: Und dann eben diesen Reinigungsprozess, dass dieser Schleim
00:08:49: rausbefördert wird aus dem Körper.
00:08:52: Und gleichzeitig ist diese Zeit von Reinigung geprägt,
00:08:56: von Erneuerung, von Wachstum.
00:08:59: Und wir merken aber auch auf so einer
00:09:02: mentalen, geistigen Ebene, und da bin ich gespannt,
00:09:04: wie es dir gerade geht, vor allem Menschen,
00:09:06: die viel Kapha haben, was du ja jetzt
00:09:08: nicht hast, aber vielleicht merkst du es trotzdem,
00:09:10: so eine Schwere und so eine Müdigkeit.
00:09:12: Weil das Kapha-Dosha ist von den Eigenschaften
00:09:15: her eher eben schwer.
00:09:18: Schwerfällig auch, ja.
00:09:19: Wenig Aktivität, eher so die Couch-Potato, ja.
00:09:22: So keine Lust, irgendwie was zu unternehmen, in
00:09:25: die Bewegung zu kommen.
00:09:26: Und das nennen wir hier in Deutschland Frühjahrsmüdigkeit.
00:09:29: Wollte ich gerade sagen, das ist wahrscheinlich diese
00:09:31: Energie, die viele jetzt spüren, dass sie gerade
00:09:33: müder sind, alles ein bisschen anstrengender ist.
00:09:36: Und passt ja auch sehr gut, noch mal
00:09:39: zurück zu diesem Reinigungsprozess, das passt ja auch
00:09:41: sehr gut in die christlichen Tage, die es
00:09:44: jetzt gibt, mit den Fastenzeit, wir sind ja
00:09:47: gerade in der Fastenzeit, in der christlichen, bis
00:09:50: nächstes Wochenende.
00:09:52: Und das ist ja eigentlich, greift das ja
00:09:54: dann schon ineinander, auch mit so westlichen Traditionen,
00:09:57: oder?
00:09:58: Ja, und das finde ich so spannend, wenn
00:10:00: man da mal so richtig tief reinschaut, dass
00:10:02: es doch irgendwie einen gemeinsamen Nenner mal gegeben
00:10:05: hat.
00:10:05: Das denke ich auch, ja.
00:10:07: Und dann wurde der so unterschiedlich ausgespielt, aber
00:10:10: ja, genau.
00:10:12: Und gleichzeitig ist aber Fastenzeit...
00:10:14: Fastest du irgendwas?
00:10:17: Ich habe zwei Wochen Jammerfasten gemacht, das war
00:10:19: gut.
00:10:20: Okay.
00:10:23: Ich hatte einen Ring, und jedes Mal, wenn
00:10:26: ich mich selber dabei erwischt hatte, dass ich
00:10:29: irgendwie jammere oder schlecht denke oder so, habe
00:10:33: ich diesen Ring von einem Finger an die
00:10:34: andere Hand gesteckt, um mich einfach daran zu
00:10:40: erinnern, um diesen Automatismus zu bremsen.
00:10:42: Ja, das ist immer so.
00:10:43: Du meckerst gerade.
00:10:44: Hör auf damit.
00:10:44: Nee, so Jammerfasten habe ich noch nie gemacht,
00:10:47: aber ich habe schon, und das habe ich
00:10:48: aber dieses Jahr schon früher gemacht, ich habe
00:10:51: ja immer eine Darmkur oder so was gemacht.
00:10:54: Und damit meine ich nicht, viele denken immer,
00:10:56: oh Gott, Darmkur, nein, das hat nichts mit
00:10:58: Ausleiten zu tun, das hat einfach was mit
00:10:59: einer Reinigung der Organe schon zu tun, aber
00:11:03: einfach durch bestimmte Lebensmittel, die man nicht isst,
00:11:05: und durch bestimmte gesunde Sachen, die man zu
00:11:08: sich nimmt, und auch dem Körper da einfach
00:11:10: mal so einen Schubs zu geben.
00:11:11: Ich habe allerdings dieses Jahr eine lange Sellerie
00:11:14: -Kur gemacht, das erste Mal.
00:11:16: Hm, das habe ich noch nie.
00:11:18: Ja.
00:11:19: Also Stangensellerie, den Saft, oder?
00:11:22: Den Saft, genau.
00:11:24: Und?
00:11:25: Also, ich habe da kein Problem mit.
00:11:27: Es soll ja Leute geben, denen das total
00:11:29: schwerfällt.
00:11:29: Ich konnte das gut.
00:11:31: Es ist halt Arbeit, ne?
00:11:33: Ich habe mir einen Entsafter gekauft, den hatte
00:11:34: ich vorher noch nicht, und habe das wirklich
00:11:36: sechs Wochen durchgezogen.
00:11:38: Morgens und abends da meinen frisch gepressten Selleriesaft
00:11:40: getrunken.
00:11:42: Du kannst ja dann auch Zitronensaft reinmachen, Honig
00:11:44: reinmachen oder so, das ist auch ganz gut,
00:11:46: weil das fördert ja noch die Entgiftung.
00:11:48: Und dann nach sechs Wochen war ich aber
00:11:50: auch recht froh, dass ich das zeige.
00:11:52: Vor allem, du musst das auch lagern, du
00:11:53: brauchst relativ viel.
00:11:55: Du brauchst ja fast so zwei Bünde für
00:11:58: ein großes Glas.
00:11:59: Das heißt, die Garage bei uns war voll
00:12:01: mit Selleriestangen.
00:12:05: Aber klar, irgendwas, irgend so ein Bedürfnis, muss
00:12:09: ich sagen, habe ich nach dieser Weihnachtszeit, weil
00:12:11: du das gerade ansprachst, auch dem deftigen Essen,
00:12:13: vor allen Dingen auch dem süßen Zeug und
00:12:15: so, habe ich dann auch immer zu sagen,
00:12:17: ach, jetzt, das will ich jetzt noch loswerden,
00:12:19: bevor, astrologisch sind wir jetzt auch erst im
00:12:21: Neujahr gestartet, vor zehn Tagen, genau.
00:12:25: Ja, bevor ich das mit ins neue Jahr
00:12:27: nehme, lasse ich das auch noch mal da.
00:12:30: Ja, total.
00:12:32: Und es gibt ja auch im Ayurveda so
00:12:35: einfache Möglichkeiten, um ohne jetzt eine Panchakarma-Kur
00:12:39: zu machen, da gut für sich zu sorgen.
00:12:42: Und ich habe gerade auch selber extrem das
00:12:44: Bedürfnis und finde es wieder immer spannend zu
00:12:46: beobachten, okay, es passt eben genau in die
00:12:48: Zeit, mein natürliches Bedürfnis.
00:12:51: Und was man da im Ayurveda zum Beispiel
00:12:52: super machen kann, ist eine Heißwassertrinkkur.
00:12:55: Haben wir da letztes Mal schon drüber gesprochen?
00:12:57: Ich glaube, wir haben schon drüber gesprochen, ich
00:12:58: bin mir nicht ganz sicher, aber das ist
00:13:00: bei mir ja eh Standard.
00:13:01: Ich trinke ja jeden Morgen mein heißes Zitronenwasser
00:13:03: als Erstes.
00:13:05: Und was ganz witzig war, ich glaube, durch
00:13:07: dich habe ich das Wasser heiß gemacht.
00:13:09: Ich habe vorher auch schon Zitronenwasser getrunken, aber
00:13:11: kaltes und jetzt trinke ich es heiß.
00:13:13: Und mein Sohn hat jetzt auch damit angefangen,
00:13:15: super spannend.
00:13:16: Sehr gut.
00:13:17: Und bei der Heißwassertrinkkur geht man noch weiter,
00:13:20: dass man dieses Wasser tatsächlich so 15 bis
00:13:23: 20 Minuten lang köcheln lässt.
00:13:26: Also man kocht es auf und lässt es
00:13:27: dann köcheln.
00:13:28: Und es reduziert sich dann, das Wasser im
00:13:30: Topf.
00:13:31: Und die Moleküle des Wassers verändern sich dann
00:13:34: und die sind dann wirklich auf Ausleiten programmiert
00:13:38: sozusagen.
00:13:38: Also dieses Wasser unterstützt dann deinen Körper dabei,
00:13:41: wirklich auszuleiten.
00:13:42: Das könnte man jetzt in der Frühlingszeit super
00:13:45: gut machen, dass man das ein paar Tage
00:13:48: oder vielleicht ein, zwei Wochen, je nach Doscha
00:13:50: auch, da müsste man tatsächlich noch mal ganz
00:13:51: genau gucken, aber dass man das macht und
00:13:54: dann so ein Liter zum Beispiel kocht, den
00:13:56: eben reduzieren lässt in 15 bis 20 Minuten
00:13:59: und dann in die Thermoskanne füllt und über
00:14:01: Tags immer schluckweise trinkt.
00:14:03: Also über den ganzen Tag verteilt dann.
00:14:04: Genau, über den ganzen Tag.
00:14:06: Und ganz wichtig ist aber, dadurch, dass dieses
00:14:08: Wasser nicht in den Zellen gespeichert wird, muss
00:14:11: man zusätzlich noch das normale Wasser trinken.
00:14:14: Also das ersetzt nicht die normale Flüssigkeit.
00:14:16: Das ist auch ganz wichtig.
00:14:18: Ich habe wirklich mal den Fehler gemacht und
00:14:20: du kennst mich ja von meiner Statur her.
00:14:22: Also ich habe nicht so viel Kaffee, dass
00:14:24: ich so davon zehren könnte, sondern ich bin
00:14:27: ja recht schmal gebaut und ich habe das
00:14:31: dann eben nicht gemacht und das ist dann
00:14:33: wirklich problematisch, weil dann kann man sich richtig
00:14:35: ausgezehrt fühlen.
00:14:37: Also man hat einfach dann zu wenig Wasser.
00:14:39: Das heißt, wenn man diese Trinkkur macht, muss
00:14:41: man auf jeden Fall schauen, dass man noch
00:14:43: genug Flüssigkeit zu sich nimmt.
00:14:45: Aber das ist so ein super einfacher und
00:14:46: günstiger Tipp.
00:14:47: Ja, das kann ja jeder machen.
00:14:49: Du musst abkochen und kannst auch in der
00:14:51: Thermoskanne mit in die Arbeit nehmen.
00:14:52: Ja, spannend.
00:14:53: Aber lasst uns doch mal zurückkommen auf die
00:14:56: psychologischen oder sagen wir mal die mentalen Veränderungen.
00:15:01: Was kann denn der Frühling bei Menschen mit
00:15:04: MS oder auch generell sensiblen Nervensystemen, was kann
00:15:09: der verändern, verstärken?
00:15:12: Also diese Zeit bringt eben so eine Schwere
00:15:15: mit sich.
00:15:16: Das heißt, es könnte sein, was ich jetzt
00:15:19: von dir weiß, ist, dass du ja ein
00:15:21: tägliches Sportprogramm tatsächlich in dein Leben integriert hast.
00:15:27: Ja?
00:15:28: Wie viel Sport machst du am Tag?
00:15:30: Minimum 20 Minuten meistens.
00:15:33: Also 20 oder 30 Minuten mache ich unter
00:15:35: der Woche, weil mehr schaffe ich zeitlich einfach
00:15:37: nicht.
00:15:38: Und am Wochenende dann aber auch schon eine
00:15:40: Stunde.
00:15:41: Ja.
00:15:42: Und dann meditierst du ja auch jeden Tag.
00:15:44: Das weiß ich von dir.
00:15:46: Auch eine große Vorgabe.
00:15:47: Ich habe ja durch das Coimbra-Protokoll, in
00:15:49: dem ich ja jetzt seit letztem Jahr bin,
00:15:51: auch die Vorgabe von meinem Protokollarzt, eine Stunde
00:15:54: am Tag mich mit Achtsamkeit, Meditation etc.
00:15:57: zu beschäftigen.
00:15:58: Und 30 Minuten Sport zu machen.
00:16:00: Das ist eine absolute Vorgabe auch im Coimbra
00:16:02: -Protokoll.
00:16:04: Also jeden Tag mindestens anderthalb Stunden.
00:16:07: Und zusätzlich kommt ja das alles, was so
00:16:10: in Anführungsstrichen nebenbei läuft.
00:16:12: Du nimmst deine Supplements ein, du achtest darauf,
00:16:15: was du zu dir nimmst.
00:16:16: Du planst dir deine Strecken gut ein, deine
00:16:19: Wege und alles.
00:16:20: Es ist ja noch so viel mehr als
00:16:21: diese anderthalb Stunden.
00:16:22: Absolut.
00:16:23: Und jetzt könnte es sehr gut sein, dass
00:16:25: dir das einfach grundsätzlich jetzt im Frühling schwerer
00:16:29: fällt als sonst.
00:16:31: Dass du vielleicht eher so ein Motivationsloch hast.
00:16:34: Okay.
00:16:34: Dass du denkst, nee, eigentlich, ich kann mich
00:16:37: einfach nicht aufraffen.
00:16:38: Ich will jetzt nicht diese halbe Stunde Sport
00:16:40: machen.
00:16:40: Reichen vielleicht auch zehn Minuten.
00:16:42: Also da bin ich gespannt, wie du das
00:16:44: jetzt gerade wahrnimmst.
00:16:45: Weil diese Zeit eben mit dieser Kaffee-Energie,
00:16:49: da fällt uns vieles schwer.
00:16:52: Es fällt uns schwer, unsere Routinen aufrecht zu
00:16:55: erhalten, in die Aktivität zu gehen.
00:16:57: Und wir werden einfach so, in Bayern sagt
00:16:59: man so ein bisschen lätschert.
00:17:00: Also so, wir werden so faul.
00:17:03: Ja, bequem.
00:17:04: Bequem.
00:17:05: Interessant, dass du das sagst.
00:17:06: Also an meinen Sportprogrammen zum Beispiel rüttelt das
00:17:09: gar nicht.
00:17:10: Ich glaube, da bin ich einfach schon zu
00:17:12: lange in diesen Routinen drin.
00:17:14: Meine Meditation sowieso nicht.
00:17:15: Da würde ich eher gerne manchmal ausdehnen, aber
00:17:17: das ist zeitlich schwierig.
00:17:19: Aber ich merke schon, dass ich so gerade,
00:17:21: wenn es so ist wie jetzt draußen, habe
00:17:23: ich keinen Bock rauszugehen.
00:17:24: Ich habe halt einfach keinen Bock rauszugehen und
00:17:28: überlege mir dann, ob ich wirklich zum Einkaufen
00:17:30: fahre oder mein Essen online bestelle.
00:17:32: Geht ja auch inzwischen alles, ne?
00:17:35: Aber sobald die Sonne sich zeigt und es
00:17:38: nur so ein bisschen schöner ist, dann bin
00:17:39: ich sofort draußen.
00:17:41: Also es ist, glaube ich, eher so dieses,
00:17:42: bei mir ist es eher so dieses Ausharren
00:17:44: nach dieser langen, langen, dunklen Jahreszeit.
00:17:47: Jetzt, komm, jetzt, ne?
00:17:48: Ich will, dass es jetzt losgeht.
00:17:50: Ich will, dass es jetzt hell wird.
00:17:52: Jetzt haben wir ja schon durch die Zeitumstellung
00:17:53: ein bisschen heller, aber ist ja auch nur
00:17:55: pro forma.
00:17:56: Ich will, dass wir mehr draußen jetzt wieder
00:17:59: Zeit verbringen können und dass einfach dieser Energieschub
00:18:01: jetzt kommt.
00:18:02: Ja, total.
00:18:04: Und ich hoffe, das passiert jetzt.
00:18:05: Ostern soll ja ganz schön werden.
00:18:06: Schauen wir mal.
00:18:07: Ja, auch, weil es auch immer noch so
00:18:09: kalt ist, gell?
00:18:11: Ja, es ist immer wieder kalt.
00:18:12: Gestern hatten wir, wie gesagt, oder auch ein
00:18:14: paar Mal jetzt schon Schnee.
00:18:16: Und ich glaube, das ist eher so das,
00:18:18: was mich gerade so ausbremst, wirklich loszugehen.
00:18:21: Dann hast du ja noch nicht mal Lust
00:18:23: irgendwie.
00:18:23: Ich hatte auch schon meine Winterjacke weggeräumt oder
00:18:27: alles, so was, Winterklamotten sind ein bisschen zur
00:18:29: Seite getan, wo ich dann denke, ja, jetzt
00:18:32: kommt schon wieder der Schnee.
00:18:34: Irgendwie nervt es dann halt auch, ja.
00:18:36: Naja, aber gut.
00:18:39: Was mich interessieren würde, ist, denkst du denn,
00:18:41: dass es auch so typische Disbalancen oder Symptome
00:18:45: gibt, die jetzt häufiger auftreten könnten bei Menschen
00:18:49: mit einem gereizten Nervensystem?
00:18:52: Ja, ja, also ich glaube, man muss schon
00:18:55: unterscheiden, ist es so was wie MS, steckt
00:19:00: eine Diagnose dahinter, oder hat jemand ein überreiztes
00:19:04: Nervensystem?
00:19:05: Also ist jemand gerade extrem gestresst?
00:19:08: Ähm, also gerade wenn wir jetzt auf Stress
00:19:11: zum Beispiel schauen, ist es so, dass einige
00:19:14: Menschen, denen es im Herbst und im Winter
00:19:16: nicht so gut ging mental, dass die jetzt
00:19:19: zum ersten Mal wieder aufatmen können, ja.
00:19:22: Also weil diese, gerade Menschen mit viel Vata
00:19:24: in der Konstitution, denen fehlt diese Struktur, diese
00:19:27: Stabilität.
00:19:28: Und die merken jetzt so, oh, jetzt ist
00:19:31: dieser eiskalte Winter vorbei.
00:19:32: Ja, es ist irgendwie noch wechselhaft, aber man
00:19:35: sieht eben, wie du es beschrieben hast, es
00:19:37: gibt immer mal wieder Sonnentage, es tut so
00:19:39: gut, da lädt man sich auf.
00:19:41: Bei denen könnte es sein, dass sie sogar
00:19:44: insgesamt stabiler werden.
00:19:47: Ja, gleichzeitig, und das betrifft sowohl Menschen mit
00:19:50: viel Stress und einem überreizten Nervensystem als auch
00:19:53: wie Menschen mit MS zum Beispiel.
00:19:56: Das ist, dass jede Veränderung, ich habe es
00:19:58: eingangs schon gesagt, jede Veränderung im Ayurveda ist
00:20:01: Stress für den Körper.
00:20:02: Also das heißt, es ist immer eine Umstellung.
00:20:05: Wir sind in der Übergangszeit von kalt zu
00:20:09: warm.
00:20:09: Und das wirkt sich auf unterschiedlichste Art und
00:20:12: Weise aus im Körper und im Geist.
00:20:15: Also ja, absolut.
00:20:17: Jetzt hast du uns ja schon von dieser
00:20:19: wunderbaren Trinkkur erzählt.
00:20:21: Gibt es noch ein, zwei einfache Dinge, die
00:20:23: jetzt im Frühling wirklich helfen können?
00:20:27: Also was extrem gut ist, ist, sich daran
00:20:29: zu orientieren, was es gerade zu essen gibt
00:20:31: in Deutschland oder in der Region, in der
00:20:33: wir leben.
00:20:34: Man denkt ja immer von Ayurveda, Ayurveda ist
00:20:36: nur indisch, aber eigentlich geht es darum, dass
00:20:39: da, wo du lebst, gibt es immer das,
00:20:40: was du auch brauchst, das, was deinen Körper
00:20:42: gut tut.
00:20:44: Und wenn wir uns jetzt mal so die
00:20:45: Salate anschauen, den Feldsalat zum Beispiel, den es
00:20:48: gerade gibt, der so einen bitteren Geschmack hat
00:20:51: zum Beispiel, oder der Spargel, der jetzt dann
00:20:53: kommt, der auch bitter, bitterherb ist, genau.
00:20:57: Es ist tatsächlich alles, was so mit Bitterkeit
00:21:01: und Herbheit zu tun hat, das tut uns
00:21:03: jetzt sehr, sehr gut.
00:21:04: Ja, also auch an Kräutern und Gewürzen können
00:21:07: wir da alles auspacken und uns nach diesem
00:21:11: Kalender einfach richten.
00:21:12: Und gleichzeitig dürfen wir auch daran denken, also
00:21:16: wenn wir sagen, Kaffa ist eher so die
00:21:18: Schwere, wir sind nicht aktiv und wir haben
00:21:21: keine Motivation, um rauszugehen, tut uns alles gut,
00:21:24: was irgendwie anregend ist, ja.
00:21:26: Also das heißt auch anregende Gewürze, auch mal
00:21:30: ein bisschen Paprikapulver oder Ingwerwasser zum Beispiel, ja.
00:21:35: Oder insgesamt sich mit anregenderen Dingen beschäftigen, ja.
00:21:40: Ein anregenderes Buch lesen statt den kitschigen Schundromanen,
00:21:44: ja.
00:21:44: Irgendwas, was vielleicht, ich weiß nicht, so ein
00:21:46: bisschen...
00:21:47: Was uns schon so in diese neue Energie
00:21:49: des neuen Jahres oder so bringt, ne?
00:21:51: Genau, genau.
00:21:52: Also so ein bisschen, dass man so ein
00:21:54: bisschen Pfeffer unterm Arsch bekommt, sozusagen, ja, auf
00:21:56: allen Ebenen eben, ja.
00:21:58: Vielleicht, wenn wir auch Schwierigkeiten haben, uns zu
00:22:02: bewegen, sich mit jemandem verabreden, damit es ein
00:22:04: bisschen leichter wird.
00:22:05: Oder wenn wir zum Beispiel uns selbst Massagen
00:22:08: geben oder was für unseren Körper tun möchten,
00:22:11: dann sind Öle wie Senföl zum Beispiel gut.
00:22:15: Also das ist auch eher was Aktivierendes.
00:22:18: Oder zum Beispiel diese Trockenbürsten.
00:22:21: Manche haben ja auch diese Bürsten, gell?
00:22:22: Also alles, was so ein bisschen anregend ist,
00:22:24: die durch Blutung quasi anregt, ja.
00:22:27: Das sind Dinge, die wirklich sehr, sehr gut
00:22:29: sind.
00:22:30: Dankeschön, ne?
00:22:31: Da kann bestimmt der eine oder andere was
00:22:33: für sich mitnehmen.
00:22:35: Gibt es denn im Gegenteil auch Sachen, die
00:22:37: wir lieber sein lassen sollten jetzt?
00:22:39: Ich denke da auch an so Sachen wie
00:22:40: diesen, was wir jetzt auch hatten, Detox-Druck.
00:22:42: Viele haben ja jetzt auch dieses, oh Gott,
00:22:44: ich muss.
00:22:45: Oder zu viel Veränderung auf einmal, kann ich
00:22:48: mir auch vorstellen, dass das ja auch negativ
00:22:50: sein kann bei manchen.
00:22:52: Absolut.
00:22:53: Absolut, ja.
00:22:54: Detox-Druck, hast du völlig recht.
00:22:57: Das ist ja auch manchmal so ein Detox
00:22:58: -Wahn, den wir alle haben, gell?
00:23:01: Tatsächlich ist auch dieses Fasten nicht für jeden
00:23:05: geeignet.
00:23:06: Nicht für jeden Typ.
00:23:07: Das unterschreibe ich.
00:23:08: Das wäre für mich überhaupt nichts.
00:23:10: Genau, genau.
00:23:11: Also für dich wäre es so, wie du
00:23:12: es gemacht hast mit dieser Sellerie-Kur, dass
00:23:14: du, du hast ja mittags normal gegessen.
00:23:16: Ich habe eh ganz normal gegessen.
00:23:17: Das habe ich nur on top gemacht, ja.
00:23:19: Genau.
00:23:20: Aber jetzt zum Beispiel so ein Vata-Typ
00:23:23: oder ein Pitta-Typ, also ein Mensch mit
00:23:24: viel Luft, der ist ja eh so luftig.
00:23:27: Wenn der ein, zwei Tage nichts isst, dann
00:23:30: ist gar nicht gut.
00:23:31: Und ein Pitta-Typ, der hat so eine
00:23:32: gute Verdauung, der braucht einfach wirklich Futter, wird
00:23:35: sonst hangry.
00:23:37: Genau, das bin ich.
00:23:39: Genau, für die ist es nur, also entweder
00:23:41: für einen Vata-Typen nur so dieses 16
00:23:45: Stunden oder so, also dass man vielleicht ein
00:23:47: Abendessen ausfallen lässt.
00:23:48: Und für den Pitta-Typen vielleicht ein bisschen
00:23:51: mehr, aber auch nur über einen kurzen Zeitraum.
00:23:53: Also auf gar keinen Fall irgendwie in der
00:23:55: Woche nichts essen.
00:23:56: Das kommt denen nicht gut.
00:23:57: Also da muss man sich wirklich rausnehmen, ja.
00:23:59: Wenn ich dafür wirklich einen kräftigen Körperbau habe,
00:24:03: einfach viel Substanz habe, ja, dann kann mir
00:24:05: Fasten guttun.
00:24:06: Aber das ist wirklich nicht für jedermanns Sachen.
00:24:09: Ja, das ist...
00:24:10: Finde ich auch wichtig, dass du das nochmal
00:24:11: sagst.
00:24:11: Also ich glaube, da sollte man sich auch
00:24:13: nicht hinein zwingen.
00:24:15: Und wenn man das wirklich macht, wenn man
00:24:17: einen Call hat oder wenn man gemerkt hat,
00:24:18: das tut einem gut, weil man es vielleicht
00:24:19: auch schon gemacht hat öfter, bitte.
00:24:22: Aber dieses, oh nee, meine Freundin macht das
00:24:24: und sie sagt immer, ich soll mitmachen, aber
00:24:26: ich fühle das nicht.
00:24:26: Dann fühlt es halt nicht, ja.
00:24:28: Dann fühlt es halt nicht, dann mach was
00:24:29: anderes.
00:24:30: Es gibt tausend andere Möglichkeiten, wie wir uns
00:24:32: gesund auch entschlacken können eben.
00:24:34: Und wenn es eine Massakur ist.
00:24:36: Ja, genau.
00:24:37: Finde ich auch so, ja.
00:24:39: Wie erlebst du selten...
00:24:40: Entschuldige.
00:24:42: Das ist wichtig, genau.
00:24:44: Wie erlebst du denn selbst gerade den Frühling?
00:24:46: Ist es für dich eher so eine Herausforderung
00:24:49: oder eine Aufbruchstimmung?
00:24:51: Aufbruch.
00:24:52: Also für mich ist es jetzt endlich so
00:24:53: ein, oh.
00:24:55: Ich liebe den Herbst.
00:24:57: Ich liebe den Herbst.
00:24:58: Ich weiß, ja.
00:24:58: Und da hast du euch vor übertrieben.
00:25:00: Ich weiß, das war deine Jahreszeit.
00:25:02: Aber der ist psychologisch extrem anstrengend für mich.
00:25:06: Auf meiner psychischen Ebene muss ich da echt
00:25:08: sehr gut für mich sorgen.
00:25:10: Und für mich ist es jetzt wirklich so
00:25:11: ein Aufblühen, ja.
00:25:12: Also, oh.
00:25:14: Und ich bin auch ganz extrem so in
00:25:16: dieser Ausmiststimmung.
00:25:17: Nicht nur, was meinen Körper betrifft, sondern auch,
00:25:20: was Kram betrifft.
00:25:21: Also ich merke, ich bin so richtig so
00:25:23: weg, weg, weg, weg, weg.
00:25:24: Und mir tut das total gut.
00:25:26: Aber eben, ich habe viel Pitta in meiner
00:25:28: Konstitution.
00:25:29: Ich habe viel Warte an meiner Konstitution.
00:25:31: Und wenn jetzt dieses Kaffa, das mir sonst
00:25:33: im Jahr fehlt, ansteigt, ist das für mich
00:25:35: einfach ein Genuss, ja.
00:25:36: Wie ist es denn für dich gerade?
00:25:39: Ja, also ich bin auch eher in einer
00:25:41: totalen Aufbruchsstimmung.
00:25:42: Was ich vorhin auch schon sagte, wenn die
00:25:44: Sonne scheint, bin ich einfach so froh, dass
00:25:46: es jetzt losgeht.
00:25:47: Und dass wir jetzt rauskommen aus der dunklen
00:25:49: Jahreszeit.
00:25:50: Dass auch wieder mehr Leben ist.
00:25:52: Und auch diese miesepetrigen, negativen Menschen auch wieder
00:25:57: ein bisschen aufblühen, ja.
00:25:59: Also es ist...
00:25:59: Es hat neulich einen Tag ja schon mal
00:26:01: Sonne gehabt.
00:26:02: Da war ich draußen.
00:26:03: Und da haben wir auch mit einem älteren
00:26:05: Herrn unterhalten.
00:26:05: Der saß draußen einfach nur vor dem Geschäft.
00:26:09: Und ich sag, na, schöner Tag heute.
00:26:10: Er sagte, heute müssen wir genießen.
00:26:12: Wenn wir das jetzt nicht genießen, da dachte
00:26:13: ich, wie schön, ja.
00:26:15: Also einfach gesagt, einfach nur die Sonne genießen.
00:26:18: Man braucht gar nicht viel mehr.
00:26:21: Und dann wirklich im Moment zu sein.
00:26:23: Und ich finde, das ist einfacher, als wenn
00:26:25: es wie jetzt draußen wieder schüttet oder schneit.
00:26:28: Oder typisches Aprilwetter, aber auch gut.
00:26:31: Wir suchen es uns ja auch aus, also
00:26:34: wie wir uns fühlen.
00:26:35: Und das ist auch noch mal wichtig, glaube
00:26:36: ich, zu sagen, dass wir natürlich auch bei
00:26:38: dem Schietwetter, wie wir Norddeutschen sagen, trotzdem gute
00:26:42: Laune haben dürfen.
00:26:43: Sonst hätten sie es ja in vielen Regionen
00:26:45: der Erde nie.
00:26:46: Ja, absolut.
00:26:48: Aber klar, es ist herausfordernd eher der Winter.
00:26:51: Und ich bin auch eher der Frühlings-Sommermensch,
00:26:54: auch wenn ich absolute Hitze auch nicht leiden
00:26:55: kann.
00:26:56: Aber es ist vieles leichter.
00:26:58: Es ist einfach leichter.
00:26:59: Und wenn es die ganzen Schichten am Körper
00:27:01: sind, die man nicht anziehen muss, ja, da
00:27:03: schnappst du dir einfach nur deine Turnschuhe und
00:27:05: deine Tasche und gehst los ohne Schal, Mütze,
00:27:08: Handschuhe.
00:27:09: Das macht vieles leichter.
00:27:11: Ja, und da fällt mir noch eine Sache
00:27:13: ein zum Thema, wie kann ich es mir
00:27:16: noch leichter machen, also dass es mir noch
00:27:18: besser geht.
00:27:20: Da hätte ich noch einen Tipp, wenn du
00:27:21: den hören möchtest, zum Thema Ernährung tatsächlich.
00:27:25: Du hattest auch angesprochen, dass dieses reichhaltige Essen
00:27:28: im Winter, das hast du wahrgenommen, auch diese
00:27:30: Süße.
00:27:32: Und das ist jetzt, das dürfen wir jetzt
00:27:34: reduzieren.
00:27:36: Ja, also wir dürfen jetzt die leichtere Küche
00:27:38: wieder essen, wie eben Spargelsalate, grüne Sachen, gesunde
00:27:43: Sachen, bitterherb, anregendes integrieren.
00:27:46: Und dürfen dieses Süße, und zu süß gehören
00:27:49: nicht nur Süßigkeiten, sondern zu süß gehören auch
00:27:52: Brot und so weiter, Nudeln, weißt du eh.
00:27:54: Das dürfen wir jetzt echt ein bisschen reduzieren,
00:27:58: genauso wie Fleisch tatsächlich, Eiweiß, also diese dicken
00:28:04: Sahnesoßen und so, was wir im Winter gegessen
00:28:06: haben, das darf jetzt ein bisschen weniger werden.
00:28:09: Also ich brauche zu meinem Spargel auf jeden
00:28:11: Fall trotzdem eine Soße Hollandaise.
00:28:12: Ja, die brauche ich auch.
00:28:13: Eine selbstgemachte mit viel Butter.
00:28:15: Die ist ja auch nur mit Ei, also
00:28:16: das ist ja...
00:28:17: Und Butter, und Butter, sehr viel Butter.
00:28:19: Nein, bei uns nicht, bei mir nicht, aber
00:28:20: bei vielen, ja.
00:28:22: Ja, aber das sind noch so Sachen, da
00:28:25: darf man jetzt einfach gucken, dass so dieses
00:28:27: deftige...
00:28:27: Ja, das ist, glaube ich, für viele Menschen
00:28:29: wichtig zu wissen, dass sie auch jetzt noch
00:28:32: mal reduzieren dürfen, dass sie nicht gleich überschwängen
00:28:35: zu den nächsten Sachen.
00:28:36: Und es ist wichtig, weil unsere Verdauungskraft jetzt
00:28:39: nämlich runtergeht.
00:28:40: Also im Ayurveda hatten wir jetzt im Winter
00:28:42: die stärkste Verdauungskraft.
00:28:43: Unser Körper hat am besten verdauen können, deswegen
00:28:45: haben wir auch am meisten zu uns genommen
00:28:48: und hatten diesen natürlichen Drang.
00:28:50: Und jetzt wird die Verdauungskraft schwächer, das heißt,
00:28:53: wir dürfen da leichtere Kost zu uns nehmen.
00:28:56: Passt ja auch irgendwie.
00:28:58: Ich glaube, die meisten haben auch gar keinen
00:28:59: Bock mehr darauf.
00:29:00: Wie gesagt, jetzt kommen ja auch die frischen
00:29:02: Sachen, dann ist ja eh die Attraktivität viel
00:29:05: höher.
00:29:05: Also schön zum Spargelessen.
00:29:07: Schön, genau.
00:29:09: Was hat sich für dich denn eigentlich...
00:29:12: Du hast gerade schon von dem Büro gesprochen,
00:29:14: da wollte ich noch mal darauf zurückkommen, dass
00:29:15: die sich wundern, dass du jetzt da ganz
00:29:18: anders drauf bist, mit der Mittagspause und so
00:29:20: weiter.
00:29:22: Gibt es noch was, was Ayurveda in deinem
00:29:25: Leben komplett verändert hat eigentlich?
00:29:28: Jetzt auch vielleicht in Bezug noch mal auf
00:29:30: die Jahreszeiten.
00:29:33: Also dieses bewusste, dieses bewusste Wahrnehmen.
00:29:37: Ayurveda ist ja für mich dieser Weg zum
00:29:40: Ich-spüre-in-mich-rein und weg von
00:29:43: dieser Theorie, was ich jetzt hier gerade ja
00:29:45: auch dir erzähle.
00:29:46: Also wann fängt der Frühling an und was
00:29:48: isst man da oder was isst man nicht?
00:29:49: Oder wie geht es einem da, immer wieder
00:29:52: dieses Reinspüren und gar nicht mehr einen Lehrer
00:29:58: irgendwann brauchen zu haben?
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